Teil 2 der Ankerbrot-Reportage online & Grüße aus Chicago! 👋

Hast du die neue INSELMILIEU Folge schon entdeckt? 👀 Der zweite Teil der Podcast-Reportage "Was geschah in der Ankerbrotfabrik während der NS-Zeit?" ist online und für dich zum Hören bereit! Die Reportage basiert auf einem künstlerischen Hörspaziergang durch die Brotfabrik in Koproduktion mit dem transdisziplinären Kulturverein ECHOLOT. Außerdem sind Jana und Yogi in Chicago gelandet. ✈ Was wir dort machen? Das erfährst du in diesem Newsletter!


Der zweite Teil der Doppelfolge ist da! 🎧

Im ersten Teil der Podcast-Reportage "Was geschah in der Ankerbrotfabrik während NS-Zeit?" haben wir dich an einen Ort geführt, an dem kuriose Erinnerungen von Ankerbrot-Arbeiter:innen genauso haften wie die schrecklichen Verbrechen des Nationalsozialismus. Es ging um die jüdische Ankerbrot-Gründerfamilie Mendl und die Arisierung der Fabrik im Jahr 1938.

In der zweiten Folge geht diese Geschichte weiter. Wir kehren in die Brotfabrik zurück und setzen uns damit auseinander, wie unsere Vorfahren in die Verbrechen des NS-Regimes verstrickt waren und von der Wirtschaftspolitik der Nazis profitiert haben. Die Geschichte der Ankerbrotfabrik steht beispielhaft für viele Unternehmen, die lieber einen Schlussstrich unter die NS-Zeit ziehen würden. Es geht um Verdrängung und um das Umdeuten von Geschichte - auf einer gesamtgesellschaftlichen, aber auch auf einer individuellen Ebene. Wie erinnern wir uns - in Unternehmen, in Familien, an ehemaligen Schreckensorten in der Stadt? Welche Verantwortung tragen wir heute? Mach dich gemeinsam mit INSELMILIEU auf die Suche nach Antworten! 🔎

© Inselmilieu

Wusstest du, dass zwischen 1944 und 1945 jüdische Zwangsarbeiter:innen aus Ungarn in der Ankerbrotfabrik schuften mussten? 283 Personen, darunter 121 Kinder, waren in einer Volksschule in der Schrankenberggasse 32 interniert - nur 160 Meter von der Brotfabrik entfernt. In der Podcastfolge nehmen wir dich mit zu dem ehemaligen Arbeitslager und lassen zwei Überlebende der Zwangsarbeit ihre Geschichte erzählen. 

Wir besuchen das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien, um von dem Historiker Philipp Rohrbach mehr über die jüdischen Zwangsarbeiter:innen zu erfahren. Das Forschungszentrum hat sich der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung rund um Antisemitismus und den Holocaust verschrieben. Es enthält das Archiv von Simon Wiesenthal, einem österreichisch-jüdischen Architekten, Publizisten und Schriftsteller. Nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen im Jahr 1945 begann Simon Wiesenthal NS-Verbrecher:innen nachzuspüren und sie vor Gericht zu bringen. Das Institut beherbergt außerdem ein Museum, schau doch dort mal vorbei!

© Das Kleine Blatt, 19.03.1938, S. 9. ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

In der neuen Folge setzen wir uns auch mit der Verdrängung der Schreckenstaten in der NS-Zeit auseinander. Ein Fall, der vor einigen Jahren in den medialen Fokus rückte, ist die Geschichte der Familie Berger. Roland Berger ist ein berühmter deutscher Unternehmensberater, sein Vater Georg Berger war Generaldirektor der „arisierten“ Ankerbrotfabrik. Viele Jahrzehnte verkannte ihn sein Sohn als Opfer des Nationalsozialismus, eher dieser von einem Team der Tageszeitung "Handelsblatt" als Nazi-Profiteur entlarvt wurde. Auf der Suche nach der historischen Wahrheit beschäftigte sich Hans-Peter Siebenhaar als beteiligter Journalist intensiv mit dem Scheinkonstrukt, das Roland Berger von seinem Vater erschuf. Im Gespräch mit INSELMILIEU erzählt Siebenhaar von seinen Recherchen für die Handelsblatt-Titelgeschichte und spricht über den Selbstbetrug des bekannten Unternehmensberaters, der exemplarisch für viele andere unaufgearbeitete Fälle steht.

Du erhältst in der Podcast-Reportage auch viele persönliche Einblicke: Die Ärztin Franziska Eckert hat sich mit der Umdeutung der eigenen Familiengeschichte befasst. Sie berichtet über die Rolle ihrer Großeltern im nationalsozialistischen Regime und wie ihre Mittäterschaft lange Zeit verharmlost wurde. Auch Yogi taucht weiter in die Vergangenheit ihres Großvaters ein.

👉 Auf unserer Website findest du Fotos aus Yogis Familienalbum, historische Aufnahmen der Ankerbrotfabrik und Bilder vom ARTWALK. 👀

­Fotos ansehen!­


Wie erinnern wir uns heute? 🎞

Im Zuge der Recherchen für die neue Doppelfolge "Was geschah in der Ankerbrotfabrik während des NS-Zeit?" befasst sich Yogi mit ihrer eigenen Vergangenheit. Über die Funktion ihres Großvaters im NS-Regime gibt es viele Leerstellen, die bis heute nicht geklärt sind. Bekannt über ihn ist lediglich sein Vorname und dass er sich nach dem Krieg im Allgäu versteckt hielt. Hinweise, die bei der Aufarbeitung der Familiengeschichte helfen können, befinden sind in Form von Fotos in einem Familienalbum.

Die Experten vom Wiener Wiesenthal Institut begutachten in der Podcastfolge das Album. Anhand der Fotografien lassen sich Rückschlüsse über die Rolle von Yogis Großvater im NS-Machtapparat ziehen. Die Uniformen und die abgebildete Umgebung können dabei helfen. Was können die Experten dazu sagen?
In der Podcast-Reportage erfährst du mehr! 🎧


Save the Date: ARTWALK palimpsest 🍞

Du willst die Orte besuchen, von denen du in dieser Doppelfolge gehört hast? Dann begib dich mit uns auf Spurensuche! Denn diese Reportage ist Teil des ARTWALK palimpsest im Koproduktion mit ECHOLOT, einem künstlerischen Hörspaziergang durch die Brotfabrik und ihre Geschichte. Beim ARTWALK palimpsest tauchst du selbst hautnah in diese Reportage ein. Im Rahmen des Herbstfestes der Brotfabrik kannst du von 29. September bis 1. Oktober 2023 am künstlerischen Hörspaziergang in Koproduktion mit ECHOLOT teilnehmen. Alle Infos zu den geplanten Vorstellungen und zum Start des Ticketverkaufs erhältst du rechtzeitig in unserem Newsletter!

­Das sagen Teilnehmende 
über den ARTWALK!
­


Folge angehört und für gut befunden? ✨

👉 Dann lass uns doch eine gute Bewertung in deinem Podcast Player da! Auf Spotify kannst du uns mit Sternen ⭐ und auf Apple Podcast auch mit einer persönlichen Rezension bewerten. 

👉 Wir wünschen uns, dass noch mehr Menschen auf die neue Podcast-Reportage aufmerksam werden! Du kannst uns dabei unterstützen, indem du die Folge teilst und anderen Personen empfiehlst! 

Vielen Dank! 💖

Weiterführende Links zur Folge 💻

Interaktive Karte der ungarisch-jüdischen Zwangsarbeit in Wien 
(Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien)

Katalog der NS-Opferlager des Bundesdenkmalamts

Personen- und Ahnenforschung - Deutsches Bundesarchiv

Buchtipp: Veronica Frenzel - "In eurem Schatten beginnt mein Tag. Wie die Nazi-Vergangenheit meiner Familie mich bis heute rassistisch prägt"


INSELMILIEU in Chicago 🏙

Wir sind in in den USA 🌎 gelandet und schicken dir liebe Grüße! An der Medill School of Journalism der Northwestern University werden wir uns zwei Wochen lang weiterbilden, die drittgrößte Stadt Amerikas erkunden und eine neue Deep Dive-Podcastfolge produzieren.  

Der Schwerpunkt der "Transatlantic Summer School", organisiert von Fjum (Forum für Journalismus und Medien), liegt auf lösungsorientiertem Journalismus. Solutions Journalism konzentriert sich darauf, nicht nur Probleme aufzuzeigen, sondern auch mögliche Antworten zu präsentieren. 

Wir nutzen die Zeit in Amerika auch, um uns mit der Chicagoer Schule der Soziologie auseinanderzusetzen. Dabei handelt es sich um eine wichtige Richtung in der Soziologie, die das urbane Leben mittels empirischer Sozialforschung, häufig in Form von Feldforschung und teilnehmender Beobachtung, erkundet. Elemente daraus wenden wir in den INSELMILIEU Reportagen an, für die wir ebenso menschliches Verhaltens im urbanen Umfeld beobachten und porträtieren. In  Chicago wollen wir herausfinden, welche Methoden und Fragestellungen in der Urban Sociology heute aktuell sind und was wir für unsere Berichterstattung mitnehmen können. Unsere Erkenntnisse teilen wir mit dir in der nächsten Podcastfolge!

Auch hier in Chicago werden wir in ein Stadtviertel oder ein Milieu eintauchen. Hast du einen Tipp für uns, was dich interessieren würde? Schreib uns doch deinen Vorschlag!

Auf unserem Instagram-Account @inselmilieu nehmen wir dich nach Chicago mit und teilen viele Fotos, Videos und Eindrücke mit dir! Außerdem versorgen wir dich mit spannenden Infopostings und zusätzlichen Inhalten zu unseren Folgen. Sind wir dort schon Friends? ☺

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INSELMILIEU in den Medien 🗞

In einem Artikel in Die Presse über Produktentwicklung im Journalismus wird Inselmilieu als "Österreichisches Erfolgsbeispiel" hervorgehoben. Wir freuen uns über diese Anerkennung! Im Artikel erzählen wir von unserer diversen Zielgruppe, die wir von einer Bubble zur nächsten mitnehmen. Wir sprechen auch darüber, wie wir unsere Community - also euch - von Anfang an einbinden, wenn es um die Wahl der Themen, aber auch das Testen der Podcast-Reportagen geht. Die Presse schreibt:

"Ein österreichisches Erfolgsbeispiel ist der Reportage-Podcast 'Inselmilieu', in dem Julia Breitkopf und Jana Mack Geschichten aus Wien erzählen. [...] 

Von Beginn an war es den beiden wichtig, Interessierte in die Produktentwicklung einzubinden. Durch Gespräche im eigenen Umfeld erkannten sie das Interesse seitens der Leute, mit Menschen jenseits der eigenen 'Bubble' in Kontakt zu treten. Und aus jeder Filterblase, die die beiden Journalistinnen im Zuge ihrer der Reportagen betreten, nehmen sie wiederum Leute zum nächsten Thema mit. [...] 

Die Podcasts werden außerdem vor der Veröffentlichung einem Testpublikum präsentiert und dessen Feedback eingearbeitet: Uns ist es wichtig, nah an unseren Hörern und Hörerinnen dran zu sein: Unsere Community binden wir auch bei der Auswahl der Themen und bei der Produktion mit ein. [...]" 

Willst du für die nächste Podcastfolge unser:e Testhörer:in sein oder einige Ideen einbringen? Schreib uns


Bis bald! 👋

Den nächsten Newsletter solltest du nicht verpassen! Denn darin erwarten dich exklusive Insights über unseren Aufenthalt in Chicago. 🌎 Wir gehen nun wieder die Stadt erkunden... Bis dann!

Alles Liebe,
Julia “Yogi” Breitkopf und Jana Mack

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INSELMILIEU in Chicago ✈️

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Neue Inselmilieu Reportage über die Ankerbrotfabrik ist da! 🍞