Burst your Bubble! am ARTWALK 🥳
Vor kurzem begaben wir uns beim ARTWALK palimpsest in Koproduktion mit dem transdisziplinären Kulturverein ECHOLOT auf Spurensuche durch die historischen Gemäuer der Brotfabrik in Wien-Favoriten. Dabei konnten wir mit über 220 Teilnehmenden einen neuen Besucher:innen-Rekord aufstellen! 🤩 Bei insgesamt vier bummvollen Vorstellungen gaben wir auf zwei unterschiedlichen Spazierwegen Einblicke in die Geschichte der einst größten Bäckerei Europas.
Bei diesem transdisziplinären Format haben wir Journalismus mit Literatur, Musik, Multimedia-Installation, Tanzperformance und Schauspiel zu einem Gesamtkunstwerk verwoben, um dem Publikum neue Perspektiven zu eröffnen. Kannst du dir nicht vorstellen? Hier zeigen wir dir, wie's war!
Kopfhörer auf und los! Das war der ARTWALK 🍞
Alle Fotos © Jana Mack
“Palimpsest” bezeichnet ein Schriftstück, von dem der ursprüngliche Text abgeschabt oder abgewaschen wurde, um es danach neu zu beschriften. So ging es uns bei uns auch bei dieser BURST YOUR BUBBLE!-Veranstaltung darum, gemeinsam unsere unmittelbare Umgebung zu erforschen, indem wir die Schichten abtragen, Vergessenes sichtbar machen und Türen in unbekannte Welten öffnen. Basierend auf wahren Begebenheiten konnte sich das Publikum Schritt für Schritt die biographischen Puzzleteile zweier Ankerbrot-Erb:innen erschließen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Kopfhörer auf und los! Nachdem unsere Besucher:innen allerlei kurioser Geschichten und Anekdoten ehemaliger Ankerbrot-Arbeiter:innen lauschen durften, betraten sie das LOT, einen ehemaligen Getreidespeicher, in dem heute Veranstaltungen stattfinden. In einem abgedunkelten Raum erwarteten sie rätselhafte Klänge einer Soundcollage von Joachim Huber und zwei sich wandelnde Gestalten in der Videoinstallation "Two Faces" von Çağdaş Çeçen.
Was geschah in der Ankerbrotfabrik zur Zeit des Nationalsozialismus bis heute? 🧐
Auf zwei unterschiedlichen Hörspaziergängen tauchten wir tief in die Biografien der Familien Mendl und Berger ein. Die Familie Mendl musste aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten fliehen, wurde enteignet und verlor in dieser Zeit ihr Bäckereiunternehmen. Georg Berger verkannte seinen Vater, den Generaldirektor der arisierten Fabrik, als Opfer des dritten Reichs, bis er als NS-Profiteur entlarvt wurde. Während der Spaziergänge hörten die Besucher:innen außerdem Interview-Sequenzen ehemaliger Ankerbrot-Mitarbeiter:innen, die von der jüngeren Vergangenheit der Brotfabrik erzählen.
Bei acht künstlerischen Stationen konnte das Publikum unter anderem eine Aerial Silk-Performance, klassische Cellomusik und Theater miterleben. Bei ihrer Ausstellung "Deep in the Flour" in der Charim Galerie zeigte die Künstlerin Pusha Petrov die Gesichter von Arbeiter:innen der Ankerbrotfarik, die sie auf Brotlaibe gemalt hat.
Klingt spannend? Dann haben wir GOOD NEWS: Falls du den künstlerischen Hörspaziergang verpasst hast oder noch einmal mitmachen möchtest, hast du am letzten September-Wochenende im Rahmen des Herbstfests der Brotfabrik nochmal die Gelegenheit dazu. Von 29. September bis 1. Oktober wird es eine Wiederaufnahme des ARTWALK palimpsest geben. Bald kannst du auch in einer zweiteiligen INSELMILIEU Podcastfolge tiefer in das Thema eintauchen. -💥
Willst du mehr vom ARTWALK sehen? Auf unserer Instagram-Seite gibt es viele weitere Fotos und Videos von unserer Veranstaltung!
Feedback der Besucher:innen 🎤
Nach den künstlerischen Hörspaziergängen hatten wir die Möglichkeit, uns mit den Besucher:innen auszutauschen. Danke für euren Besuch und die spannenden Gespräche! Ein paar Rückmeldungen wollen wir mit dir teilen:
"Mir hat es ausgezeichnet gefallen. Ich studiere Geschichte an der Uni Wien und ich finde, dass komplexe Begriffe wie Täter und Opfer im Kontext des Nationalsozialismus wahnsinnig gut aufgearbeitet worden sind."
"Als Historiker, aber auch als jemand, der in der Kunst und in der Schriftstellerei immer versucht, den Erinnerungsaspekt aufrechtzuerhalten, fand ich es sehr wichtig, diese persönliche Story zu erzählen. Ich finde es gut, dass die Darstellung nicht mittels abstrakter historischer Daten erfolgt ist, sondern die Geschichte anhand der Person des früheren Ankerbrotfabrik-Besitzers erfahrbar gemacht worden ist."
"Es sind mehrere Kunstformen eingeflossen und standen gleichwertig nebeneinander. Das fand ich großartig. Es kommt alles auf einer Ebene zusammen, wie ein Gemälde. Und dieses Gemälde wirkt dann auf jeden Menschen anders."
Podcastfolge:
ARTWALK im Böhmischen Prater 🎧
Bald warten zwei neue Deep Dive Podcastfolgen auf dich! Du magst nicht mehr warten? Hast du die Podcast-Reportage zu unserem ersten ARTWALK im Böhmischen Prater schon gehört? Wir nehmen dich in die Welt der Drehorgelspieler und der Schaustellerfamilien, auf einen Spaziergang mit drei kleinen Schweinchen und zu einer äußerst liebenswürdigen, singenden Häuserldame. Hör rein!
Vielen Dank für deinen Besuch beim ARTWALK!
Wir würden uns freuen, wenn du auch bei der Wiederaufnahme im Herbst dabei bist! Der gemeinsame Austausch und die spannenden Gespräche bei unseren Events sind immer ein besonderes Erlebnis für uns. 💓 Wann die nächste Podcastfolge veröffentlich wird, verraten wir dir in unserem nächsten Newsletter. 🎧
Alles Liebe,
Julia “Yogi” Breitkopf und Jana Mack